Newsletter IV-2017

Energetische Verbesserung durch Innendämmung

Quelle: Praxis-Handbuch Innendämmung, Seite 21, Verlagsgesellschaft Rudolf Müller GmbH & Co. KG.

Insbesondere aufgrund der langfristig steigenden Energiepreise führt jede energetische Sanierung zu einer Wertsteigerung der Immobilie. Durch die energetische Verbesserung mittels einer Innendäm- mung soll im Wesentlichen die Ertüchtigung der wärmeübertragenden Umfassungsfläche hinsichtlich des Energieverbrauchs erzielt werden. Entscheidende energetische Vorteile bietet die Innendämmung auch für Räume, die nur temporär genutzt und beheizt werden, wie z. B. Ferienwohnungen, Versamm- lungsräume oder Festsäle. Bei erhaltenswerten Fassaden oder beheizten historischen Gebäuden, an denen keine baulichen Veränderungen erlaubt sind bzw. andere Möglichkeiten der Fassadendäm- mung ausscheiden, ist die Innendämmung oft die einzige Möglichkeit zur Reduzierung der Transmissi- onswärmeverluste. Bei einer energetischen Verbesserung durch Innendämmung muss das bauphysi- kalische Verhalten der Bestandskonstruktion genauer betrachtet und bewertet werden. Besonders zu beachten sind meist die Wasserdampfdiffusion von innen nach außen, die Schlagregenbelastung von außen nach innen und das eingeschränkte Austrocknungspotenzial der Außenwand nach der Sanie- rung. Neben der Vermeidung von schädlichen Tauwassermengen innerhalb der Konstruktion ist die Dauerhaftigkeit der eingesetzten Materialien und somit der Funktionsaufbau der sanierten Konstruk- tion zu bedenken.

Bei Planern und Handwerkern gilt die Innendämmung als bedenkliche Sanierungsmaßnahme und wird vielfach direkt mit Bauschäden in Verbindung gebracht. Die sog. und viel diskutierte Taupunktver- schiebung löst Ängste vor Bauschäden aus und sorgt in der Regel für eine Zurückhaltung bei der Dämmung der Innenseiten von Außenwänden. Andererseits ist es unter Fachleuten seit Langem be- kannt, dass sich eine sorgfältige Planung und gewissenhafte Ausführung der Innendämmung seit Jahrzehnten bewährt hat. Am Anfang jeder Planung einer Wärmedämmung muss das Ergebnis der Maßnahme festgelegt werden. Bei den energetischen Zielsetzungen spielen insbesondere Gesichts- punkte der Wohnraumhygiene eine wichtige Rolle. Bei der energetischen Sanierung mit einer Innen- dämmung sind hohe energetische Bauteilanforderungen in Anlehnung an die Außendämmung nicht immer realisierbar (z. B. bei Baudenkmälern und besonders erhaltenswerter Bausubstanz). Trotzdem kann eine Dämmmaßnahme, die unter Umständen nicht den allgemeinen gesetzlichen Anforderungen genügt, zu einer deutlichen Verbesserung der Wohnqualität und zu einer merklichen Energieeinspa- rung führen (siehe Abb. 1).

Bereits eine Dämmstärke von 15 mm mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/(m · K) kann die Dämmwirkung eines 36,5-cm-Bestandsmauerwerks verdoppeln. Wer derzeit eine Innendämmung plant, setzt sich freiwillige Ziele zur Verbesserung der ener- getischen Qualität der Gebäudehülle. Aus Gründen der Hygiene und Gesund- heit muss in jedem Fall der Mindestwär- meschutz gemäß DIN 4108-2 erfüllt sein.

Abb. 1: Durchschnittliche Verringerung der Wärmeverluste der Außenwände bei zunehmender Dämmstärke (WLG 045) durch Innendämmung in Prozent (Quelle: Erfurt & Sohn KG).

Bei energetischen Überlegungen können Förderprogramme (z. B. KfW-Bankengruppe) die entspre- chenden Anforderungen vorgeben. Selbst wenn ein Altbau aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht nach dem heute zeitgemäßen Standard gedämmt werden kann, so lassen sich bereits mit Kon- struktionen, für die kein feuchtetechnischer Nachweis erforderlich ist (DIN 4108-3), mit wenigen cm Dämmstoffdicke die Wohnqualität deutlich verbessern und Energieverluste durch die Außenwand re- duzieren (siehe Abb. 2). Die Verwendung bauphysikalisch geeigneter Nachweismethoden ermöglicht selbstverständlich auch die Bemessung und Planung größerer Dämmstoffdicke.

Abb. 2: Innendämmung: Verbesserung der hygienischen (links) oder energetischen Situation (rechts) bei erhaltenswerter äußerer Gebäudesubstanz (Quelle: Erfurt & Sohn KG).

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