Das FVID-Mitglied Forschungsinstitut für Wärmeschutz (FIW) e.V. München hat in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) einen umfassenden Forschungsbericht zur Beurteilung und Bewertung von Innendämmsystemen zur Energieeffizienzsteigerung erstellt. Der Bericht wurde unter dem Titel „Energieeffizienzsteigerung durch Innendämmsysteme: Anwendungsbereiche, Chancen und Grenzen : Forschung für energieeffiziente Gebäude und Quartiere“ im Internet veröffentlicht.

Eine wirtschaftliche thermische Sanierung großer Teile des deutschen Gebäudebestands ist nur mit Innendämmungen machbar und sowohl aus ökologischer Sicht als auch im Hinblick auf den Komfort der Nutzer dringend geboten. Einem breiteren Einsatz von Innendämmsystemen stehen jedoch Verunsicherungen bei den Anwendern entgegen. Ziel des Forschungsprojekts war es daher, diesen Verunsicherungen entgegenzuwirken und wesentliche Grundlagen und Entscheidungshilfen für den Einsatz von Innendämmungen bereitzustellen.

Zunächst wurde eine Marktübersicht über verfügbare Dämmmaterialien und Innendämmsysteme erstellt und anschließend die Innendämmsysteme der beteiligten Industriepartner hinsichtlich ihrer thermischen, hygrischen und ökologischen Aspekte untersucht. Ergänzend zu den Labor-Untersuchungen wurden auch Freilandversuche unter realen Klimabedingungen durchgeführt. Viele der Messungen dienten als Eingabedaten für die im weiteren Verlauf des Projekts durchgeführten hygrothermischen Simulationen. Die ausführliche Parameterstudie zum Feuchteverhalten von Innendämmungen wurde mit WUFI® Pro durchgeführt und zeigt, dass für alle untersuchten Wandbildner und für verschiedene klimatische Randbedingungen auf der Innen- und Außenseite Lösungen aus der Bandbreite der untersuchten Systeme existieren, die eine Innendämmung dauerhaft schadensfrei möglich machen. Ebenso untersucht wurden bei innengedämmten Bauteilanschlüssen entstehende Wärmebrücken. Diese haben eine Modellgleichung zum Ergebnis, die es für die untersuchten Konstruktionen ermöglicht, vom Temperaturfaktor an einer 2D-Wärmebrücke auf den Temperaturfaktor an einer 3D-Wärmebrücke zu schließen. Dadurch können zeitaufwändige 3D-Simulationen entfallen und der Planungsaufwand für Innendämmung reduziert werden. Anschließend wurde in einer weiteren Parameterstudie mit WUFI® Plus untersucht, welche Potentiale für Innendämmungen im Zusammenhang mit intermittierender Beheizung bestehen. Für die meisten Anwendungen konnte hierbei eine mögliche Sanierungsvariante gefunden werden, die eine intermittierende Beheizung mit nur geringen Einbußen im Nutzerkomfort möglich macht und dadurch zu deutlichen Energieeinsparungen führt.

Da im Projekt ein Großteil der in der Praxis zu erwartenden Bestandssituationen abgedeckt wurde, erlauben die Ergebnisse standardisierte Aussagen, die von Praktikern direkt für spezifische Objekte herangezogen werden können. Insgesamt sollen die Projektergebnisse es erleichtern, eventuell kritische Situationen bereits in der Planungsphase zu erkennen. Durch das breite Spektrum an untersuchten Materialien und Systemen soll außerdem die Auswahl geeigneter Lösungen unterstützt werden.

Der Forschungsbericht steht online zur Verfügung unter:

https://fvid.de/images/Aktuelles/fiw-forschungsbericht/TIBKAT_1670420760.pdf