FVID - Nachgedacht

Bei Innendämmungen wird in aller Regel davon ausgegangen, dass ein erheblicher zusätzlicher Wärmeverlust durch die sich bei Innendämmungen stärker ausbildenden Wärmebrücken gegeben ist. Dies zeigt sich unter anderem daran, dass beim normativen Wärmeschutznachweis ein erhöhter pauschaler Wärmebrückenzuschlag von UWB = 0,15 W/(mK) anzusetzen ist, sofern mehr als 50 % der Außenwände innenseitig gedämmt sind bzw. werden sollen. Aber nicht nur der energetische Verlust durch Wärmebrücken ist von Belang. Vielmehr wird ebenfalls davon ausgegangen, dass durch die stärkere Abkühlung der inneren Oberfläche im Bereich der Wärmebrücke erhöhte Feuchtigkeit bis hin zur Schimmelpilzbildung nicht ausgeschlossen werden kann.

In der alltäglichen Praxis bestehen große Unsicherheiten, ob Innendämmsysteme (IDS) mit Außendämmungen, wie z. B. Wärmedämmverbundsystemen (WDVS), vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF) oder Wärmedämmputzen (WDP) miteinander kombiniert werden können. Insbesondere bei der nachträglichen energetischen Verbesserung einer bestehenden Außendämmung tauchen die Fragen auf, welche im Folgenden diskutiert werden sollen.

Mit einer Fachunternehmererklärung (FUK) bestätigt ein Fachbetrieb nach der Fertigstellung, dass seine ausgeführten Bauleistungen den notwendigen Vorschriften (Gesetze, Verordnungen, DIN-Normen, Richtlinien) und/oder den bei Fördermaßnahmen (KfW, BAFA) geforderten Vorgaben entsprechen. Diese Bescheinigung ist dem Bauherrn (Eigentümer) nach der Fertigstellung (Abschluss) seiner beauftragten Arbeit schriftlich zu übergeben. Die Bescheinigung kann formlos ausgeführt werden. Sie muss 5 Jahre aufbewahrt werden, damit sie bei einer evtl. Überprüfung vorgelegt werden kann.

Zur EnEV 2013 /2015 werden immer wieder Anfragen zum Umgang mit den Anforderungen im Bestandsbau gestellt. Insbesondere in Bezug zu den Anforderungen des Bauteilverfahrens, zum Einsatz von Innendämmungen oder der Erweiterung von Wohnraum häufen sich diese Fragen. Nachfolgend werden hierzu Antworten gegeben, die sich an typischen Fällen orientieren.

Innendämmungen werden in aller Regel mit Tauwasserbildung im Bauteilinneren in Verbindung gebracht. Der klassische Nachweis nach DIN 4108-3 Wärmeschutz im Hochbau Teil 3 „Klimabedingter Feuchteschutz“ erfolgt auf Basis des sogenannten Glaserverfahrens. Jedoch werden in dieser Norm Innendämmungen auch als nachweisfrei gestellt, sofern bestimmte Bedingungen an den zusätzlich eingebrachten Wärmedurchlasswiderstand und dem damit verbundenen Diffusionswiderstand eingehalten werden. Einen vergleichbaren Weg verfolgt das vereinfachte Nachweisverfahren nach WTA-Merkblatt 6-4 „Innendämmung nach WTA: Planungsleitfaden“: Auch hier werden in Abhängigkeit vom eingebrachten Wärmeschutz Mindestdiffusionswiderstände angegeben, damit eine Tauwasserbildung innerhalb der Konstruktion ausgeschlossen werden kann.