FVID - Nachgedacht

Innendämmungen werden in aller Regel mit Tauwasserbildung im Bauteilinneren in Verbindung gebracht. Der klassische Nachweis nach DIN 4108-3 Wärmeschutz im Hochbau Teil 3 „Klimabedingter Feuchteschutz“ erfolgt auf Basis des sogenannten Glaserverfahrens. Jedoch werden in dieser Norm Innendämmungen auch als nachweisfrei gestellt, sofern bestimmte Bedingungen an den zusätzlich eingebrachten Wärmedurchlasswiderstand und dem damit verbundenen Diffusionswiderstand eingehalten werden. Einen vergleichbaren Weg verfolgt das vereinfachte Nachweisverfahren nach WTA-Merkblatt 6-4 „Innendämmung nach WTA: Planungsleitfaden“: Auch hier werden in Abhängigkeit vom eingebrachten Wärmeschutz Mindestdiffusionswiderstände angegeben, damit eine Tauwasserbildung innerhalb der Konstruktion ausgeschlossen werden kann.

 

Innendämmungen aus oder mit Lehm stehen in dem Ruf, bauphysikalisch für die spezifischen Anforderungen sehr geeignet zu sein. Tatsächlich haben Lehmbaustoffe diesbezüglich bemerkenswerte Eigenschaften:
Sie sorbieren Luftfeuchtigkeit, sind diffusionsoffen und kapillar leitfähig. Zusammen mit den moderaten thermischen Eigenschaften resultieren daraus fehlertolerante Systeme bezüglich Planung, Ausführung und Nutzung. Das besondere Erhärtungsverhalten sorgt für sichere, aber reversible Verbindung mit den Bestandaußenwänden. Der Beitrag erläutert die Wirkungsmechanismen, stellt die wichtigsten drei Innendämmarten mit Lehmbaustoffen vor und schließt mit einem außergewöhnlichen Anwendungsbeispiel.