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Diese Energieausweise müssen 2019 erneuert werden

Gebäude mit einem Baujahr vor 1966 brauchen seit dem Jahr 2008 einen Energieausweis, wenn sie verkauft, vermietet oder verpachtet werden. Wurden sie nach 1966 gebaut gilt die Pflicht seit 2009. In beiden Fällen sind die Belege für den Energieverbrauch der Häuser zehn Jahre gültig.

Energieausweise für Wohngebäude, die bei Einführung der Ausweispflicht ausgestellt wurden, haben somit bereits in 2018 ihre Gültigkeit verloren. 2019 steht eine Erneuerung für die nächsten Energieausweise an.
Käufer, Mieter und Pächter haben einen Anspruch darauf, über den Energieausweis Informationen über den Energieverbrauch und den energetischen Zustand des Gebäudes zu bekommen. Das gilt auch bei Nicht-Wohngebäuden.
Eigentümer, die ihre Immobilie neu vermieten oder verkaufen wollen, müssen den Ausweis jetzt erneuern lassen. Sie sollten dafür jedoch nur seriöse Gebäudeenergieberater beauftragen.

Welche Arten von Energieausweisen gibt es?

Es gibt zwei Arten von Energieausweisen: den Verbrauchsausweis und den
Bedarfsausweis.

Verbrauchsausweis:

Der legt die Werte des Energieverbrauchs der letzten drei Jahre zugrunde und bewertet lediglich anhand dessen, was die Bewohner eines Gebäudes verbraucht haben, wie dieses energetisch einzustufen ist. Die Werte sind also stark vom individuellen Verhalten der Bewohner abhängig. Dementsprechend einfach ist dieser Verbrauchsausweis zu erstellen. Der Verbrauchsausweis ist verhältnismäßig günstig und wird teilweise auch von den Energieversorgern oder von Online-Anbietern angeboten und erstellt.

Bedarfsausweis:

Hier sieht es ganz anders aus. Der Bedarfsausweis bewertet anhand eines technischen Gutachtens die Energieeffizienz des Gebäudes. Dabei wird sowohl die Bausubstanz, die Gebäudehülle als auch die Heizungsanlage geprüft und bewertet wie gut die Wärme im Gebäude gehalten werden kann bzw. was die Heizung leistet und was davon direkt genutzt wird. Die Werte des Bedarfsausweises sind unabhängig vom Nutzungsverhalten der Gebäudebewohner. Eine Aufnahme mit einer Wärmebildkamera kann als Teil der Bewertung nähere Aufschlüsse über den Zustand der Gebäudehülle liefern.
Der Bedarfsausweis darf nur von einem entsprechend qualifizierten Handwerker, einem Bauingenieur oder Architekten ausgestellt werden, ist vergleichsweise aufwendig zu erstellen und kostet entsprechend mehr als der Verbrauchsausweis.

Welcher Energieausweis ist wann Pflicht?

Das Baujahr und die Größe eines Hauses entscheiden darüber, welche Ausweis-Variante zum Einsatz kommen kann.
Eigentümer von Wohngebäuden mit mehr als vier Wohneinheiten: Sie können zwischen beiden Ausweis-Varianten wählen.
Eigentümer von Wohngebäuden mit bis zu vier Wohneinheiten: Wahlfreiheit besteht, wenn

  • der Bauantrag für das Gebäude nach dem 1. November 1977 gestellt wurde
  • bei einem älteren Haus schon bei der Baufertigstellung der energetische Standard der ersten Wärmeschutzverordnung 1977 eingehalten wurde
  • das Haus nachträglich durch Modernisierungsmaßnahmen auf diesen Stand gebracht wurde.

Für alle anderen Gebäude ist der Bedarfsausweis vorgeschrieben.