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Bundesrat will Meisterbrief wieder einführen

Die Bundesländer haben in der 974. Sitzung des Bundesrates am 15. Februar über einen Antrag zur Wiedereinführung der Meisterpflicht in den zulassungsfreien Gewerken abgestimmt und sich dafür eingesetzt in einigen Handwerksbranchen die Pflicht zum Meisterbrief wieder einzuführen.
Den Antrag hatte Bayern im September 2018 gestellt. In den vergangenen Monaten wurden Gutachten dazu in Auftrag gegeben und veröffentlicht. Nach einigen Beratungen wurde der Antrag nun angenommen.
Der Bundesrat bittet nun die Bundesregierung, in allen Handwerken, bei denen es fachlich geboten und europarechtlich möglich ist, den verpflichtenden Meisterbrief wieder einzuführen. Der Bundes- rat möchte damit die Ausbildung von Fachkräften und die Attraktivität von Handwerksberufen stärken und neue Anreize schaffen. Gerade im Handwerk bestehe ein zunehmender Fachkräfte- bedarf, betonen die Länder. Der Meisterbrief sei ein entscheidender Anreiz, ein Handwerk zu erlernen. Er stärke die Qualität und Leistungsfähigkeit von Handwerksbetrieben.
Vor 15 Jahren wandelte die Handwerksrechtsnovelle 53 zuvor zulassungspflichtige in zulassungsfreie Handwerke um. Seitdem brauchen zum Beispiel Fliesenleger oder Uhrmacher für die Gründung eines Handwerksbetriebs keine Meisterprüfung mehr. Die Ausbildungszahlen in diesen Handwerksberufen sind rückläufig.

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) reagierte sehr erfreut über das Ergebnis. "Diese Entscheidung begrüßen wir sehr, sehen wir doch insbesondere im Fliesenlegerhandwerk, zu welchen Verwerfungen die Abschaffung der Meisterpflicht 2004 geführt hat", sagte ZDB- Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa.
Holger Schwannecke, Generalssekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks stellt fest: "Dies ist eine sehr gute Entscheidung des Bundesrates. Er setzt damit ein klares Signal zur Sicherung und zum Ausbau des Qualifizierungssystems im Handwerk.
Auch der Bayerische Handwerkstag (BHT) begrüßte den Beschluss des Bundesrats. Deren Präsident Franz Xaver Peteranderl: "Die Entscheidung des Bundesrats ist absolut richtig. Mit der Wiederein- führung wird der Verbraucherschutz gestärkt, die Ausbildungsleistung gesichert und das Unternehmertum im Handwerk unterstützt.“
Beide Verbände und der BHT fordern die Bundesregierung auf zügig zu handeln und möglichst schnell einen Gesetzentwurf vorzulegen.

Der Beschluss des Bundesrates ist unter der Drucksache 464/18 veröffentlicht.