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Die Hygiene-Regeln auf der Baustelle einzuhalten, ist für alle Unternehmen eine stete Herausforderung. Ständig wechselnde Einsatzstellen mit verschiedenen Beteiligten, wechselnde Verantwortlichkeiten und flexible Abläufe stellen regelmäßig hohe Anforderungen an die Handwerksbetriebe. Vor dem aktuellen Hintergrund des sich rasant ausbreitenden Coronavirus erlangen Hygiene-Maßnahmen auf der Baustelle jedoch die allergrößte Bedeutung. Wie sehen die erforderlichen Hygiene-Standards aus und welche ergänzenden Maßnahmen sind jetzt notwendig? Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) gibt einen Überblick über die aktuellen Hygiene-Anforderungen.

Allgemeine Hygiene-Anforderungen

Grundlegende Hygiene-Anforderungen sind in der aktuellen Fassung der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) geregelt. Sie dienen dem Schutz und der Gesundheit von Beschäftigten beim Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten und sind in den zugehörigen Technischen Regeln für Arbeitsstätten detailliert untersetzt. Die wesentlichen Informationen für Sozialräume auf Baustellen hat die BG BAU im Baustein A025 "Sozialräume auf Baustellen" als Praxishilfe zusammengefasst.

Ergänzend zu den allgemeinen Anforderungen an Arbeitsstätten werden aufgrund der besonderen Arbeitsbedingungen im Anhang 1 der ArbStättV besondere Maßnahmen für Arbeitsplätze in nicht allseits umschlossenen Arbeitsstätten, für Arbeitsplätze im Freien und auch speziell für Baustellen festgelegt [Anhang 1, Abschn. 5.1 und 5.2].

Für die ordnungsgemäße Umsetzung aller Maßnahmen und auch für die Reinigung hat der Unternehmer zu sorgen.

In den Technischen Regeln zur Arbeitsstättenverordnung – den ASR – finden Sie detaillierte Angaben zu:

Weitergehende Maßnahmen zur Corona-Eindämmung

Der Coronavirus stellt alle Beteiligten jeden Tag vor neue Herausforderungen, denen mit den grundlegenden Hygiene-Bestimmungen nicht Genüge getan werden kann. Die Verordnungen und Technischen Regeln bieten mit den dort formulierten Anforderungen die Basis für die besonderen Schutzmaßnahmen gegen den Erreger. Ein sachgerechter Schutz kann jedoch nur dann erreicht werden, wenn nicht nur die grundlegenden Anforderungen eingehalten, sondern auch tiefergreifende Regelungen und Empfehlungen umgesetzt werden.

Grundlegende Informationen zu allgemeinen Verhaltensregeln haben wir auf einem Poster zusammengefasst. Drucken Sie es gerne aus. Es sollte überall sichtbar sein!

Die BG BAU stellt alle Informationen zum Thema Coronavirus auf einer Schwerpunktseite bereit und aktualisiert diese regelmäßig.

Was nutzen die besten Maßnahmen, wenn sie nicht genutzt werden? Sensibilisieren Sie Ihre Beschäftigten, Ihre Kolleginnen und Kollegen und auch gerne Ihre Familien und Freunde über die Notwendigkeit, die Schutzmaßnahmen konsequent umzusetzen. Motivieren Sie, indem Sie Vorbild sind und mahnen Sie regelwidriges Verhalten an – egal ob Sie Unternehmer, Führungskraft oder Kollege sind.

Sind Sie Mitarbeiterin oder Mitarbeiter in einem Unternehmen, in dem das Thema „Coronavirus“ auf die leichte Schulter genommen wird, sprechen Sie Ihren Unternehmer bitte direkt an. Hilft das nicht, unterstützen Sie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der staatlichen Arbeitsschutzbehörden und der Gesundheitsämter.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BG BAU beraten und unterstützen Sie alle gerne, wenn es darum geht, Lösungen für die Praxis zu finden und umzusetzen. Ihre regionalen Ansprechpartner finden Sie unter: www.ansprechpartnerderbgbau.de

Ergänzend zu den Hygiene-Regeln der BG BAU hat auch das BMAS (Bundesministerium für Arbeit und Soziales) SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards festgelegt.

Sicherheit und Gesundheitsschutz haben oberste Priorität, wenn es um Arbeit in Zeiten der Corona-Pandemie geht. Dem Arbeitsschutz kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat dazu am 16. April 2020 gemeinsam mit dem Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Dr. Stefan Hussy, den Arbeitsschutzstandard COVID 19 vorgestellt. Dieser formuliert konkrete Anforderungen an den Arbeitsschutz in Zeiten der Corona-Krise.

Diese Anforderungen werden gestellt an

  1. Arbeiten in der Pandemie – mehr Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

  2. Betriebliches Maßnahmenkonzept für zeitlich befristete zusätzliche Maßnahmen zum Infektionsschutz vor SARS-CoV-2 (SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard)
    Ergänzt werden diese durch „Besondere technische und organisatorische Maßnahmen“, die im Kontext ausführlich beschrieben sind.

  3. Umsetzung und Anpassung des gemeinsamen SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards

Die vollständige Textfassung des Arbeitsschutzstandard COVID 19 steht zum Download unter
https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Schwerpunkte/sars-cov-2- arbeitsschutzstandard.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Weiterhin hat auch Bayern ein Positionspapier zum Umgang mit COVID-19 auf Baustellen verabschiedet.

„Die Fortführung von Baustellen ist ein Beitrag zur Aufrechterhaltung einer funktionierenden Infrastruktur in Bayern“, schreibt Kerstin Schreyer, Bayerische Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr, in einer Erklärung vom 30.3.2020. Besonders wichtig ist es dabei, die Ansteckungsgefahr für alle Beteiligten so gering wie möglich zu halten.

Dass ein maximaler Gesundheitsschutz Voraussetzung dafür ist, dass die Bautätigkeit in der aktuellen Situation nicht ruhen muss, darüber besteht Einigkeit bei ...

  • der Bayerischen Architektenkammer,
  • dem Bayerischen Bauindustrieverband,
  • der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau sowie - dem Landesverband Bayerischer Bauinnungen.

Alle vier Organisationen sind entschlossen, alles zu unternehmen, um die Sicherheit der Menschen am Bau und den Projekterfolg in Einklang zu bringen - durch ...

  • geeignete Arbeitsschutzmaßnahmen,
  • Regeln für Besprechungen auf Baustellen sowie
  • die Betonung des Stellenwerts der Sicherheits- und Gesundheitskoordination angesichts der Corona-Krise.

„Die 3 Punkte zum Umgang mit COVID 19 auf Baustellen, auf die sich die vier Organisationen verständigt haben, machen deutlich: Wir haben verstanden!“, so die Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer, Christine Degenhart. „Dass die Bautätigkeit in Bayern fortgesetzt werden darf, ist keine Selbstverständlichkeit. Nur wenn wir die Politik im Rahmen unserer Verantwortlichkeiten aktiv unterstützen, können solche Entscheidungen Bestand haben.“

Grundlage dieses gemeinsamen Papiers ist die Handlungshilfe für das Baugewerbe vom 20.3.2020 der BG BAU.

Die „3 Punkte zum Umgang mit COVID 19 auf Baustellen“ sind via byak.de downloadbar.