Kunsthalle Landau

Alte Reithalle wird „Kunsthalle“

Ein Klinkerbau aus dem späten 19. Jahrhundert wurde die neue Heimat des Instituts für Kunstwissenschaften und Bildende Kunst in Landau. Im April 2018 fand der Umzug statt. So wurde aus einer früheren Reithalle eine „Kunsthalle“.
Im Erdgeschoss wurden Werkstätten für die Bereiche Holz, Metall, Druck, Gips und Bildhauerei eingerichtet. Das 1. Ober-geschoss wird für Ateliers und ein Computerlabor für die digitale Bildbearbeitung genutzt. Raum für weitere Ateliers bietet das 2. Obergeschoss.

Innendämmung in drei Variationen

Um eine absolut störungsfreie Nutzung der Werkstätten zu gewährleisten, die eine erhöhte mechanische Belastung der Wandoberflächen erwarten ließ, entschied man sich bei allen Außenwänden des Erdgeschosses und des 1. Obergeschosses für eine sogenannte WDF-Innendämmung. Diese bestand aus einer 12 cm dicken, mit Perlite gefüllten Innendämmung aus porosierten Planziegeln (WLG 060, R = 2,00 m2K/W), die etwa 60 cm unterhalb eines gebäudeumlaufenden Zierfrieses endete. An den beiden Giebelseiten wurden die Zwischenräume der Tragpfeiler raumseitig mit einer Mineralschaumplatte (WLG 042, R = 1,90 m2K/W) gedämmt. Da diese Bereiche nicht direkt zugänglich sind, konnten die reduzierten mechanischen Festigkeiten der Platte unberücksichtigt bleiben.

 

Eine echte Herausforderung hinsichtlich des Wärmeschutzes war der umlaufende Zierfries, der außen- und innenseitig als objekt- typisches Gestaltungselement sichtbar bleiben sollte; daher musste dieser Bereich ungedämmt bleiben. Dies bedingte unweigerlich eine Wärmebrücke mit reduzierten Oberflächen- temperaturen, die sich umso drastischer auswirkt, je besser die angrenzenden Bauteile gedämmt sind. Daher wurde die Dicke der Innendämmung soweit reduziert, dass ober- und unterhalb des Zierfrieses lediglich der Mindestwärmeschutz der Außenwandflächen nach DIN 4108-2 gewährleistet bleibt, mithin also ein U-Wert von maximal 0,73 W/(m2K). Diese Anforderungen war mit einer nur 20 mm dicken Innendämmung, WLG 034 erfüllbar. In diesem Fall wurde auf eine diffusionsoffene, Kondensat tolerierende Innendämmung verzichtet und als 3. Variante eine diffusionshemmende, Kondensat begrenzende Innendämmung mit einem Diffusionswiderstand von sD = 2 m gewählt. Die Wärmebrücke „Zierfries“ wurde darüber hinaus mit einer Begleitheizung versehen.

 

Objektdaten

Beteiligte 

Umsetzung 

Produkt 

Besonderheiten 

Reithalle wird zu Uni-Gebäude für Kunststudierende - Lamott + Lamott Stuttgart
- Ing.-Büro von Fragstein, Landau
- Ing.-Büro Gänßmantel, Dormettingen
- i.W. Schlagmann Poroton, Xella
2016-2018 Wände EG/1.OG: WDF- Ziegel. Wände 2.OG/DG: Mineralschaumplatte Erhalt eines Zierfrieses, Variation Innendämmung, tlw. Untergrund mit Restsalzen

 

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