WTA-Merkblatt 6-4 "Innendämmung nach WTA I: Planungshilfe"

Im ersten Merkblatt der WTA e.V. innerhalb der Serie „Innendämmung nach WTA“ wird ein allgemeiner Leitfaden zusammengestellt. Die prinzipiellen Gefährdungen in Folge einer Innendämmmaßnahme werden diskutiert, da im Falle einer Innendämmung im Gegensatz zu einem WDVS die vorhandene Bestandskonstruktion stärker berücksichtigt werden muss.

Zentraler Bestandteil dieses Merkblatts ist ein vereinfachtes Nachweisverfahren, mit dem unter bestimmten Voraussetzungen auf einen exakten rechnerischen Nachweis verzichtet werden kann.

Mit diesem vereinfachten Nachweis wird in einem zweigliedrigen Verfahren – getrennte Betrachtung des Schlagregeneintrages und des Tauwasserrisikos – in Abhängigkeit der thermischen Verbesserung und des Diffusionswiderstands des Innendämmsystems eine Vielzahl von Konstruktionen frei gegeben, ohne dass ein Einzelnachweis geführt werden muss. Basis der Berechnungen der WTA-Arbeitsgruppe war eine Grenzfeuchte in der Tauebene von maximal 95% r. F.. Das bedeutet, dass einerseits Konstruktionen nach dem vereinfachten Nachweis des Merkblatts 6-4 tauwasserfrei sind und andererseits dass Innendämmsysteme, deren Schutzprinzip gegenüber Kondensation auf Basis einer positiven Wechselwirkung zwischen Wasser und Material (diffusionsoffene, kapillar leitfähige Innendämmungen) beruht, nicht mit dem vereinfachten Nachweis geprüft werden können.

 

Abbildung 1: Merkblatt - Innendämmung nach WTA I – Planungsleitfaden (Ausschnitt Deckblatt)
Merkblatt "Innendämmung nach WTA I – Planungsleitfaden" (Ausschnitt Deckblatt)

Das Merkblatt wurde aktualisiert, der Gelbdruck WTA MB 6-4/2016 ist erschienen, die Einsprüche der Fachöffentlichkeit dazu liegen vor und wurden in einer Einspruchssitzung im Oktober 2016 behandelt. Voraussichtlich Ende 2016 wird der Blaudruck des aktualisierten Merkblattes erscheinen.

 

WTA-Merkblatt 6-5 "Innendämmung nach WTA II: Nachweis von Innendämmsystemen mittels numerischer Berechnungsverfahren"

Bei der Verwendung von diffusionsoffenen, kapillar leitfähigen Innendämmsystem muss der Nachweis mittels moderner Simulationsprogramme erfolgen. Hier sind mit den Merkblättern 6-1 und 6-2 zur Simulation des gekoppelten Wärme- und Feuchtetransports Grundlagen zur Durchführung solcher Berechnungen definiert. Für die abschließende Beurteilung einer Innendämmung gibt es jedoch noch keinerlei verbindliche Grundsätze. Die derzeitige Praxis umfasst die Beurteilung der Tauebene, der Kleberschichten, des Dämmstoffes auf Basis von Mittel- bzw. Maximalwerten der Wassergehalte oder der relativen Feuchte der jeweiligen Schicht. Die Situation stellt sich momentan so dar, dass manche Gutachter eine geplante Maßnahme für unbedenklich, andere diese jedoch für bedenklich halten.

Dazu hat die WTA-Arbeitsgruppe „Innendämmung nach WTA“ wichtige Beurteilungs- bzw. Bemessungsgrößen definiert und zusammengestellt, die eine sichere und objektive Beurteilung der verschiedenen Innendämmsysteme bei unterschiedlichen Randbedingungen ermöglichen. Hierbei sind nicht nur technische Fragen sondern auch Problemstellungen numerischer Art zu klären, damit der Nachweis unabhängig vom Nutzer und vom verwendeten Computerprogramm erfolgen kann. Nur auf diese Weise kann die allgemeine Akzeptanz bei der Anwendung von Innendämmungen nachhaltig gewährleistet werden.

 

Die beiden WTA-Merkblätter 6-4 und 6-5 können auf der Internetseite der WTA e.V. mit einem Bestellformular als Printversion oder im PDF-Format angefordert werden.